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Rembetiko und Reggae
Griechenland

Rembetiko und Reggae – eine unglaubliche Kombination

Entstehung des Rembetiko

Rembetiko und Reggae. Auf den ersten Blick haben beide Musikrichtungen nichts gemeinsam. Möchte man denken. Und ich konnte anfangs auch nichts damit verbinden.

Der Rembetiko ist ein Stil der griechischen Volksmusik, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Griechenland durchsetzte. Beteiligt waren die griechisch-stämmige Rembetikoi (Flüchtlinge), die nach dem fehlgeschlagenen Feldzug gegen die Türkei ihre Heimat nach Abschluss des Lausanner Vertrags verlassen mussten. In meinem Beitrag „Antike trifft Moderne„, habe ich über den Schlachtkreuzer Georgios Averoff geschrieben, der bei der Evakuierung unterstützte und die Flucht absichterte. Von gut 1,5 Millionen Flüchtlingen siedelten sich mehrere Hunderttausend Rembetikoi in Piräus an.

In Hafenkneipen fanden sich Musiker zusammen und entwickelten ihren Stil. Bedingt durch Ihr Schicksal und den Verlust der angestammten Heimat, ist der Rembetiko oft schwermütig und melancholisch. Eine erste Blütezeit erlebte der Rembetiko in den 1930 – 1950er Jahren, obwohl er 1936 durch den grieschischen Militärdiktator Ioannis Metaxas verboten wurde und lange Zeit als Subkultur bestand. Lange Zeit galt der Rembetiko als die Musik der Gescheiterten und des Proletariats.

Hauptinstrumente des Rembetiko sind Bouzouki, Gitarre, Baglamas, Geige und Akkordeon. Zu den bekanntesten Komponisten des Rembetiko gehören Markos VamvakarisVassilis Tsitsanis und Manolis Chiotis.

Die wesentlichen Rhythmen und Tänze des Rembetiko sind Chasapiko, Chasaposervikos, Zeibekikos, Karsilamas, Aptalikos, Tsifteteli, Anatolitikos oder Bayo und Sirtos. Für den Film „Alexis Zorbas“ wurde eigens ein Tanz entwickelt, den jeder kennt und der Elemente vom Chasapiko und dem Sirtos enthält. Jeder Griechenland Urlauber hat schon den Sirtaki kennengelernt.

Rembetiko und Reggae

Erst spät hat der bekannte Komponist und bekennende Kommunist Mikis Theorodakis den Rembetiko für sich entdeckt. Eine seine Kompositionen ist die Musik zu Alexis Sorbas, die noch heute  in den griechischen Tavernen, aber auch als Pausenmusik in unzählige Sporthallen gespielt wird. Weniger bekannt ist, dass die Musik von Mikis Theodorakis aufgrund der provonnaten und kämpferischen Kompositionen in der Zeit der Militärdiktatur zwischen 1967 und 1974 verboten wurde. Der Komponist wurde damit zu Helden der Widerstandbewegung gegen die Diktatur.

Heute ist der Rembetiko beliebter als je zuvor in allen Altersklassen.

Rembetiko und Reggae

Bei Reggae denkt jeder an die Karibik, Rastafaris und Bob Marley. Fast jeder hat schon Reggae gehört und ich selber bin ein ausgesprochener Fan dieses Musikstils. Über Entstehung möchte ich hier gar nicht reden, sondern den Bogen zu meiner Überschrift schlagen.

Mit Locomondo hat eine junge griechische Reggae Band alte Rembetiko Titel aufgegriffen und neu intoniert und interpretiert. Die Titel kommen einem vertraut und doch wieder fremd vor. In Summe ist das aber ein sehr ansprechender Musikstil, der den ursprünglich teilweise schwermütigen Musikstücken durch den eingestreuten Reggae eine Leichtigkeit und Fröhlichkeit verleiht. Der Frontsänger der Band Locomondo – Markos Koumaris – hat in Deutschland Musik studiert.  

„Reggae und Rembetiko sind Volksmusikstile, die aus einer Fusion von zwei Kulturen entstanden.“ Im Reggae seien Rhythmen der Sklaven, die aus Afrika in die Karibik gebracht worden waren, mit westlichen Harmonien der Besatzer verschmolzen. „Beide Stile kamen aus dem Untergrund – Volksmusiken, einfach gebaut, sehr gut tanzbar, aber trotzdem auch politisch.“

Zitat Markos Koumaris gegenüber der „Griechenland Zeitung“ 

Locomondo schaffen es mit ihrer Mischung aus Rembetiko und Reggae einen eigenen, tanzbaren Stil zu entwickeln, der Stadien mit jungen Menschen füllt.

Im Anschluß ist eine YouTube Play List mit einigen Kostenproben dieses eigenen Stils.

 

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