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Lohnt sich ein Besuch von Nafplion
Nafplion,  Griechenland

Lohnt sich ein Besuch von Nafplion

Lohnt sich ein Besuch von Nafplion? Dieser Frage möchte ich hier nachgehen. 

Während unseres 6-tägigen Athen-Aufenthalts in 2019 haben wir die Gelegenheit genutzt und Nafplion in einem Tages-Ausflug besucht.

Geschichte

Nafplion ist eine Stadt mit einer wechselvollen Geschichte, die bereits in der Antike beginnt, ohne jedoch die Rolle wie Athen, Sparta oder Korinth zu spielen. Im Gegenteil, im 2. Jhd. n. Chr. war die Stadt verlassen.

Da die Lage der Stadt im Nord-Osten des Peleponnes jedoch günstig war, wurde Nafplion durch die Byzantiner neu gegründet. Im 13. Jhd. wurde Nafplion durch die Venezianer erobert. Bis 1715 war Nafplion, bis auf ein Intermezzo durch die kurzzeitige Eroberung (1542) durch die Türken, venetianisch. Bis zur Rückeroberung durch die Kämpfer des griechischen Aufstands in 1822 verblieb Nafplion in türkischer Hand. Die Stadt wurde zuvor die Stadt über 1 Jahr lang durch die griechischen Unabhängigkeitskämpfer belagert.

Unmittelbar nach dem griechischem Unabhängigkeitskrieg übernahm Nafplion von Aegina die Rolle als Hauptstadt des unabhängigen Griechenlands, die es von 1829- 1834 innehatte.

Zu dieser Zeit war der Glanz des antiken Athens Vergangenheit. Im Gegenteil: zu diesem Zeitpunkt war Athen nicht viel mehr als ein Dorf.

Vor dem Umzug nach Athen hat König Otto I. seit 1833 hier residiert.

Lage und Anreise

Wie bereits erwähnt, liegt Nafplion im Nord-Osten des Peleponnes. Als Ausgangspunkt ist daher Athen sehr gut geeignet.

Mietfahrzeug

Die Anreise kann in einem Mietfahrzeug erfolgen. Nafplion liegt ca. 140 km von Athen entfernt. Da die Straßen überwiegend gut ausgebaut sind, ist die Anfahrt schnell geschafft – sofern man aus Athen herauskommt. Ich persönlich verzichte in der griechischen Hauptstadt auf das Autofahren. Das ist weniger nervenaufreibend.

Neben den Kosten für das Mietfahrzeug entstehen weitere Kosten durch Mautgebühren. Diese kann ich allerdings nicht beziffern.

Überlandbus

In meinem Beitrag Fernbusse in Griechenland habe ich das System kurz vorgestellt. Durch die räumliche Nähe dauert die Busfahrt ca. 2 Stunden. Für die Hin- und Rückfahrt fallen Kosten in Höhe von 23 € pro Person an. Eine Sitzplatzreservierung ist bereits enthalten.

Das wäre auch meine Empfehlung, die Tickets vorab auf der Homepage der K.T.E.L. Argolidas vorab zu bestellen. Wenn absehbar ist, wann man fahren möchte, ist das der sicherste Weg den gewünschten Abfahrtstermin wahrnehmen zu können.

Taxi

Der Vollständigkeit halber erwähne ich das Taxi, auch wenn das wohl die teuerste Möglichkeit darstellt. Hier entstehen Kosten von 100 – 140 €. Hier würde ich allerdings empfehlen, den Preis vorher zu verhandeln. Bevor es zu unangenehmen Überraschungen kommt.
Da heutzutage fast jeder mit Smartphone verreist, würde ich über die Beat-App einen Preisvergleich hinzuziehen.

Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Durch die fast 600 Jahre andauernde Präsenz haben die Venetianer ihre Spuren hinterlassen, die sich auch in der Altstadt widerspiegeln. Nafplion gilt es eine der schönsten Städte Griechenlands. Auf uns wirkte es sauber und aufgeräumt. Neben den alten venezianischen Gebäuden, gibt es eine Vielzahl an neoklassizistischen Gebäuden.

Altstadt von Nafplion
Altstadt von Nafplion
Altstadt von Nafplion
Altstadt von Nafplion

Ein Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt, mit den Bougainvilleen, die sich die Hauswände hochranken oder die Gasse gar überspannen, kann sich zu einem Highlight entwickeln.

In der Altstadt liegt der mittlerweile aufgegebene Bahnhof. Direkt davor steht eine ausrangierte Dampflokomotive.

Zum Flanieren eignet sich auch die Uferpromenade. Allgegenwärtig ist der Blick auf den Bourtzi – eine vorgelagerte Festung in der Hafeneinfahrt. Der Palamidis überragt alles, gelegen auf der Bergspitze. Die Festungsanlage mit ihren Wehrmauern, die sich den Hang hochschlängeln, hat man fast überall im Blick.

Weitere Hightlights sind das erste Parlament der griechischen Neuzeit, diverse Museen und Statuen, die bekannte Freiheitskämpfer darstellen.

Zentral gelegen ist die Statue von Ioannis Kapodistrias, dem ersten Staatsoberhaupt Griechenlands und der Eingang zur Kirche des Heiligen Spiridonas, an der er auf offener Straße erschossen wurde.

Natürlich es auch Cafés, Bars, Restaurants und Konditoreien, die zum Verweilen einladen.

Statue des Ioannis Kapodistrias
Statue des Ioannis Kapodistrias
Erstes Staatsoberhaupt der griechischen Neuzeit

Bourtzi

Der Bourtzi ist in Nafplion allgegenwärtig und kann von fast überall gesehen werden. Die Festung hat früher die Hafeneinfahrt von Nafplion geschützt.

Für kleines Geld kann man mit dem Boot übersetzen und über die Insel streifen. Ein Café war auf der Insel vorhanden.

Bei unserem Besuch 2019 war die Überfahrt wegen Restaurierungsarbeiten leider nicht möglich

Bourtzi
Bourtzi

Palamidis

Weithin sichtbar ist der Palamidis. Die Festungsanlage liegt oberhalb der Stadt auf einem Berggipfel. Selbst der Aufstieg zum Berg wird durch Wehrmauern geschützt. Nach über 1 Jahr Belagerung konnte die Festung eingenommen werden, was zur Aufgabe der Kampfhandlungen durch die türkische Besatzungstruppen der Stadt würde.

Die Festung beherbergte u. a. den Henker der Stadt und das Verlies des Theodoros Kolokotronis, ein griechischer Held unter den Freiheitskämpfern und Generalfeldmarschalls während es Unabhängigkeitskrieges.

Blick vom Palamidis auf Nafplion
Blick vom Palamidis auf Nafplion
Das Wahrzeichen von Nafplion
Aufstieg zum Palamidis

Der Aufstieg zum Palamidi ist mühsam. Laut einem Mythos führen 999 Stufen zur Festung hinauf. Wer mag, kann des gerne selber ausprobieren.

Wir haben den gemütlichen Weg gewählt und haben ein Taxi genommen. Für pauschal 20 € hat uns der Taxifahrer zur Verfügung gestanden, uns zwischen den einzelnen Abschnitten der Festung gefahren und gleichzeitig als Fremdenführer gedient. Das Geld war gut angelegt.

Die Aussicht vom Palamadi ist definitiv ein Highlight des Aufenthalts in Nafplion. Aus ca. 200 Meter Höhe bietet sich ein unglaublicher Ausblick über die gesamte Stadt und die weiten Ebenen des Peleponnes.

Antike und Kultur

Wer länger als einen Tag in Nafplion verbringen möchte, sollte die Zeit nutzen, antike Ausgrabungsstätten im näheren Umkreis zu besuchen.

Sehr gut erreichbar sind das antike Olympia, Mykene, das Amphitheater von Epidaurus – welches noch heute für Freilichtaufführungen genutzt wird -, der Apollontempel bei Bassae und Sparta. Auf dem Weg von Athen nach Nafplion kommt man sehr nah an Korinth vorbei. Wer mag, kann einen Blick auf den Kanal von Korinth werfen und mit etwas Glück wird er gerade befahren.

Antikes Olympia
Antikes Olympia
Image by Jolyne D from Pixabay

Strände

Nafplion selbst verfügt nur über einen reizlosen eigenen Strand. Im näheren Umkreis gibt es jedoch deutlich reizvollere Strände in Tolon und Drepania.

Fazit: Lohnt sich ein Besuch von Nafplion?

Auf die Frage „Lohnt sich ein Besuch von Nafplion? lautet die Antwort ein definitives, uneingeschränkte JA!!! Nafplion bietet Sehenswürdigkeiten, mediterranen Charme, sehr viel Geschichte. 

Nafplion kann als Startpunkt für das Eintauchen in die Antike dienen. Die Grabungsstätten von Mykene, Olympia und Epidaurus sind schnell erreichbar. Nach Korinth ist es nicht sehr weit.

Theater von Epidaurus
Theater von Epidaurus
Image by r0the from Pixabay
Rio Antirio
Rio Antirio
Bild von Antonios Ntoumas auf Pixabay

Und wer mag, kann sich auf dem Weg nach Patras den Kanal von Korinth und mit der Brücke „Rio Antirio“ eine Meisterleistung der Ingenieurskunst anschauen. Die Schrägseilhängebrücke  2,5 km über eine Meerenge, dazu in einem Erdbebengebiet ist die Erste ihrer Art.

Am Meer gelegen, ist natürlich auch ein Badeurlaub möglich.

Leider haben wir nur 1 Tag in Nafplion verbringen können. Aber ein längerer Besuch ist fest eingeplant.

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